Warum nicht?!

Warum nicht?!

Vor Kurzem, als ich „Let’s dance“ schaute, kam das Kind rein und mir schoss ein Gedanke durch den Kopf und direkt in die Zunge und ich fragte das Kind: „Du bist jetzt in dem Alter, da machen Jugendliche Tanzkurs. Willst du auch?“ Das Kind dachte eine dramatische Pause lang nach und ich rechnete fest damit, dass er mich nun noch wunderlicher als eh schon findet. „Hmm“, antwortete er, „warum nicht. Das ist ja schon eine Win-Win-Win-Situation.“ Wer was in welchem Ausmaß dabei gewinnt, konnte er mir nicht genau erklären, aber er findet die Vorstellung, sich paartanzend übers Parkett bewegen zu können, verlockend. Dann wird er wohl nach den Sommerferien, Walzer, Chachacha, Disco-Fox und Co lernen.

Vor noch Kürzerem, als ich gerade bei „Sing meinen Song“ hängengeblieben war, weil Sammy von den Broilers eine Ska-Version von einem Eko-Fresch-Song darbot, skankte das Kind ins Wohnzimmer. „Gefällt die das?“, fragte ich. „Ja, macht schon Spaß.“ „Morgen ist ein Ska-Konzert. Willst Du mitkommen?“ „Warum nicht?!“ Ich schickte ihm den Spotify-Link zum Hauptact. Wir verblieben damit, dass wir gestern, Mittwoch, nochmal sprechen.
Auch wenn es morgens wegen Seuchen-Symptomen bei mir noch nicht danach aussah, entschied ich am Nachmittag, dass ich auf das Konzert wollte. Und das Kind wollte weiterhin mit. Ein Mutter-Sohn-Abend, wie schön.
Und es war wirklich schön. Auch weil das Kind mal wieder in meine – linken – Kreise mitgekommen ist. Das rechne ich ihm hoch an. Und zeigt mir, dass er meine Haltung nicht so ablehnt, wie er oft mal tut. Ich rechne ihm auch sehr hoch an, dass er bei der zweiten Vorband* nicht rausgegangen ist. Er hat sich auch nicht negativ geäußert. Und beim Hauptact hatte er sichtlich Spaß und hat auch getanzt. Ach, der ist schon cool.

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* Die zweite Vorband war Borgzinners. Deren Forntperson hat sich als nicht-binär vorgestellt. Die Ansagen dieser Person und auch ein Teil der Texte waren anti-patriarchal, anti-kapitalistisch und queer-positiv. Themen, über die sich das Kind gerne mit mir reibt. Wir sind im Gespräch und so lange das stattfindet, ist das gut. (Ich werde dazu nochmal ausführlicher bloggen. Das ist ein spannendes wie anstrengendes Thema.)

Ein Gedanke zu „Warum nicht?!

  1. Ich finde das toll, dass Dein Kind „richtig“ Tanzen lernen möchte. Es ist so ein schönes Hobby. Wir haben unsere Begeisterung auch an beide Kinder weiter geben können.
    Konzerte mit Kindern sind auch toll. Vor einer Woche war ich mit beiden bei Santiano.

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