Wie ich mal …

Wie ich mal …

… beim Tätowiert-Werden fürs Fernsehen gefilmt worden bin.

Ganz spontan meldete ich mich im Mai auf den Aufruf einer Tätowiererin, von der ich unbedingt ein Tattoo haben wollte (und mittlerweile auch habe): Sie suchte Personen, die sich das OptInk-Tattoo stechen lassen wollen und sich dabei filmen lassen. Da ich mir sicher war, dass ich das OptInk-Tattoo so oder so tätowieren lassen wollte, sagte ich zu.

Wir schrieben kurz hin und her und dann stand fest, dass ich wenige Tage drauf von ihr tätowiert würde.

Ha, und dann begann der Stress für mich los: Motiv steht fest, Termin auch, aaaaaber ich hatte keine Ahnung, wohin. Diverse Stellen fielen aus, weil sie entweder schon für andere Tattoo vorgesehen sind oder ich sie unpassend finde. Ich diskutierte mit Kumpel J und war mir danach klar, dass es nicht an Arme oder Beine soll. Das sind schließlich Körperteile, die bei einem Unfall auch mal verloren gehen können. Und dann sieht keine Arzty, dass ich Organspenderin* bin. Also musste das Tattoo irgendwo auf den Torso… Rücken – nein; Bauch – auch nein, da schon verplant; Flanken – links ist schon ein Tattoo, rechts wäre eine Option (darf allerdings nicht dem geplanten Bauch-Tattoo kollidieren; Dekolleté – ist auch schon in Teilen verplant. Da blieb nicht mehr viel übrig. Ich entschied, dass das Tattoo zwischen die Brüste sollte. Da wird es im Fall der Fälle auch gesehen.

Weil ich ja wusste, dass ich gefilmt werden, war mir klar, dass meine Nippel abgedeckt sein müssten. Klar, ich hätte Pflaster oder Leukoplast drüberkleben können, aber es war eine gute Gelegenheit, mir Nippel-Patches zuzulegen. Hübsche mit Glitzer. Juhu!

Als ich am Termin vor Ort ankam, war das Fernsehteam (ein Redakteur und ein Kameramann) schon da. Die erste Frage – bevor gefilmt wurde – war, wo das Tattoo hinsollte. Meine Wunschstelle sorgte für kurze Schnappatmung: „Das können wir unseren alten Zuschauer*innen nicht zumuten.“ „Keine Sorge, ich habe Nippel-Patches drauf“, beruhigte auch nicht wirklich. Die Tätowiererin fand es super.

Dann wurde ich kurz vor laufender Kamera interviewt. Anschließend wurde der Stencil gesetzt und dann ging es auch schon los. Während des Tätowierens wurde weiter gefilmt und ich wurde das eine oder andere noch gefragt.

Second Skin aufs Tattoo und dann war es auch schon vorbei.

Die Sendung lässt sich hier finden.

Für mich bräuchte es keine Zustimmungslösung bei der Organspende. Und in Ländern mit Widerspruchslösung ist auch die Organspendequote deutlich höher. Ich bin bei meinen Organen höchst pragmatisch und ja, auch altruistisch: Wenn ich tot bin, brauche ich sie nicht mehr. Warum also nicht noch was Gutes damit bewirken?

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* Ja, das Tattoo ersetzt (leider) nicht den Organspendeausweis, aber ist halt schon ein deutliches Kommittment und erleichtert auch meinen Angehörigen die „finale“ Entscheidung.

Ein Gedanke zu „Wie ich mal …

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