Freiheit und Eigenverantwortung
Die Begriffe „Freiheit“ und „(Eigen-)Verantwortung“ sind dieser Tage eigentlich verbrannt. Und im Gegensatz zu den Leerdenkern habe ich mich durch die Pandemie auch nie in meiner rechtlichen Freiheit eingeschränkt gefühlt. Ich muss nicht mit dem Grundgesetz wedeln und behaupten, ich hätte keine Grundrechte mehr. Nein, nun wirklich nicht. Dennoch hat diese Pandemie meine wohlstandsverwöhnte (sic!) persönliche Freiheit eingeschränkt bzw. ich habe sie aus meiner (Eigen-)Verantwortung heraus, meine Lieben und mich nicht infizieren zu wollen, selbst sehr stark eingeschränkt.
Dabei bin ich doch ein Freigeist. Ich bin spontan. Ich habe es nur bedingt mit Konventionen. Ich brauche Raum. Ich kann es nicht leiden, Angst zu haben und mich davon lähmen zu lassen. Ich agiere nach dem Lustprinzip. Ich brauche den Ausgleich zur Arbeit.
Und all das hat mir die Pandemie genommen: Rausgehen, Menschen treffen, spontan zum Märktchen, angstfrei zum Friseur, Konzerte, ohhh, Konzerte, Leute einladen, Museum, essen gehen, Wochenend-Trips, Urlaube, die ich wirklich genießen kann, Rugby-Spiele vom Kind, Menschen ohne Masken sehen, Kino, zur Familie fahren. Auch fehlte hier massiv, dass wir Dinge getrennt voneinander gemacht haben. Dass wir nicht Abend um Abend auf einem Haufen hocken mussten. Dass wir nicht nur noch uns sahen.
Doch ich bin ungerecht: Nein, das hat mir die Pandemie oder gar die Politik nicht genommen, sondern ich habe aus Eigenverantwortung heraus darauf verzichtet.
Noch ist die Pandemie nicht zu Ende. Und so lange werde ich auch weiter (eigen-)verantwortlich handeln und weiterhin vermeiden, krank zu werden. Dennoch bin ich gerade dabei, mir wieder mehr zuzugestehen – eben auch eigen-verantwortlich.
Ein Gedanke zu „Freiheit und Eigenverantwortung“
Sehr schöner Beitrag 🙂
LG, Max