„Gute Nacht …
… Freundinnene, es wird Zeit für mich zu gehen.“ Reinhard May
Schon den ganzen Tag geht mir dieses Lied durch den Kopf. Ich bin in Aufbruchstimmung. Im Kopf führe ich schon Gespräche. Das ist (k)ein gutes Zeichen.
Das letzte Jahr war beruflich sehr anstrengend. Mein Urlaub im Sommer war nur bedingt erholsam und den im Herbst habe ich direkt zurückgegeben. Das halte ich so nicht weiter durch. Und ich fürchte einfach, dass das Rad sich in diesem und den nächsten Jahren ähnlich schnell weiterdrehen wird. Da nützen mir auch mehr Urlaubstage und dass wir unsere Überstunden abfeiern sollen nicht viel.
Dazu kommen noch zwei Ereignisse, die mich nachhaltig beschäftigen und belasten. Und ich merke jetzt, wo ich endlich mal zur Ruhe kommen kann*, dass ich die nicht aus dem Kopf bekomme. Dass meine Motivation und mein Vertrauen dadurch nachhaltig getrübt sind.
Ich liebe meine Arbeit. Also meine eigentliche Arbeit: Ich liebe es zu schreiben, mich tief in wissenschaftliche Daten einzugraben, meine Projekte zu organisieren und meine Kundinnen inhaltlich zu beraten. Ich liebe es auch, den Nachwuchs auszubilden. Ich bin auch gerne „Team-Leitung“. Und wenn ich nur das machen würde, würde ich auch keine Überstunden produzieren. Naja, zumindest deutlich weniger.
Jetzt um Weihnachten habe ich erstmals 3 Wochen Urlaub am Stück. Seit … schon sehr lange nicht mehr. Und nachdem ich zwei Wochen nichts tun konnte – außer atmen, essen, meinen kaputten Fuß bejammern und meinen Schlafrhythmus zu ruinieren -, merke ich zunehmend, dass die beiden Ereignisse wie Stachel in meiner Motivation sitzen. Und weil ich nun mit deutlichem Abstand zu den Ereignissen nicht sehe, dass sich daran was ändern wird, muss ich was ändern. Vielleicht hätte ich die Freiberuflichkeit nie aufgeben dürfen. Vielleicht sind 7 Jahre in der gleichen Agentur einfach auch genug und es ist Zeit, sich nach Neuem umzuschauen. Vielleicht habe ich auch schon drei Bewerbungen verschickt…