Wirklich nötig?!

Wirklich nötig?!

X-35 Tage bis zur zweiten Welle

Seit über einer Woche sind wir zurück aus dem Urlaub, an den ich mit äußerst gemischten Gefühlen zurückdenke:

  • Der Urlaub war toll.
  • Mussten wir wirklich wegfahren?
  • Wir hatten mit wirklich wenig Menschen engeren Kontakt.
  • Aber ein Kontakt reicht letztlich aus.
  • Wir waren nur wenig außer Haus essen.
  • Immer draußen sitzen beim Essen wäre besser gewesen.
  • Rotzbremse da getragen, wo es in D Pflicht ist, auch wenn es in B und F nicht Pflicht war.
  • Es tat so gut, aus den eigenen vier Wänden zu kommen.
  • Musste es wirklich ins Ausland gehen?
  • In D am Meer wären wir vermutlich mehr Leuten zu nahe gekommen.
  • In B und F sind die Inzidenzen nicht so niedrig.
  • Die Erholung und die Auszeit tat uns allen gut.
  • Es war an beiden Orten nicht überlaufen.
  • In D wären wir vielleicht nicht ÖPNV gefahren.
  • Dank hessischer früher Ferien, waren wir früh dran.

Es ist … kompliziert. Dennoch kann ich sagen, dass wir uns bestimmt nicht unverantwortlich verhalten haben. Nicht wegfahren wäre sicherlich möglich gewesen, aber ob das so gesund für unser aller Psyche gewesen wäre?! Wir – insbesondere das Kind und ich – haben uns seit Anfang März und spätestens seit der Schulschließung komplett zurückgezogen und letztlich abgeschottet. Das Kind war wirklich wenig draußen. Ich nur zum Einkaufen. Für unsere Wanderungen sind wir mit dem Auto gefahren. Wir haben so gut wie niemanden persönlich getroffen – und wenn dann immer auf Abstand.

Ich musste nicht. Natürlich muss eine sowas nicht und wenn es nicht gegangen wäre, dann wären wir zu Hause geblieben. Aber ein bisschen in mir MUSSTE dennoch trotz aller Stoa und Katastrophenmodus ENDLICH mal wieder raus. Wollte die Gelegenheit, das kurze Zeitfenster nutzen, um den Kopf frei zu bekommen.

Und doch ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Uns geht es gut. Wir sind gesund. Haben wir das aufs Spiel gesetzt?

Noch nie war ein Urlaub ein derartiges guilty pleasure.

Aber ich weiß auch nicht, wie es mir heute ginge, wären wir nicht gefahren.

Äppel für Brombeeren

Äppel für Brombeeren

Ausschlafen. Wie so oft, wenn ich „vormittags“ – so nach 8h00 – nochmal einschlafe, träume ich wild. Diesmal von meinem älteren Bruder und seiner Freundin, die ich noch nicht mal kenne. Sehr absurd.

Nach Spätstück und allgemeinem Rumgepuzzle bekommt der RB einen Rappel: Er muss raus und sich bewegen. Hihi, soweit habe ich ihn ist er schon. Zumindest eine kleine Runde raus. Das Kind will nicht mit.*

Zum Glück ist der Lohrberg nicht weit.**

Im Main-Äppel-Haus nehmen wir Äpfel mit. Was sich kurz drauf als sehr schlau herausstellt: Bereits auf dem Hinweg schwer behangende Brombeersträucher gesehen. Auf dem Rückweg kommen wir an noch mehr vorbei. Kurzerhand kommen die Äpfel lose in meinen Rucksack und wir nehmen die Papiertüte, um Brombeeren zu sammeln.

Nach dem Essen spielen wir noch zu dritt und ich lese dem Kind verhältnismäßig früh vor. Dennoch schläft er um 23h30 immer noch nicht*** und da ist mir kurz die Hutschnur geplatzt.

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* Der war von seinem gestrigen Flug nich so mit Eindrücken voll, dass er sich heute nur berieseln lassen wollte.

** Am Ende waren es dann doch 9 Kilometer.

*** Dieses Gespuke gepaart mit Mamaaaaa-Rufen macht mich wahnsinnig.

Nur Fliegen ist schöner

Nur Fliegen ist schöner

X-33 Tage bis zur zweiten Welle

Für heute ergab sich, dass das Kind seinen Geburtstagsgutschein einlösen konnte. Dank dem Internet – insbesondere Rainer – konnte ich ihm nämlich einen Mitflug in einem „kleinen“ Traktor* Motorsportflugzeug schenken.

Nach Einkauf und spätem Essen** fuhren wir dann endlich*** los gen Egelsbach.

Weil es des Kindes Geschenk war, durfte er entscheiden, ob er allein mitfliegen wollte oder ob ich**** ihn begleiten sollte. Er wollte allein.

Das Kind war sehr happy, als er wieder am Boden war. Er durfte selbst steuern. Hatte wohl einen guten Bluck für die Gegend und erkannte von oben das Felsenmeer, die Grube Messel.

Nun schwebt er weiter… Und sein Wunsch, Pilot zu werden, ist nicht kleiner geworden.

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* O-Ton des Piloten

** hatten kein Frühstück und kein Mittag, sondern erst um 14h30 einen erweiterten Snack für alle

*** Das Kind jibbelte schon seit 10h00.

**** oder der RB

Telegram

Telegram

X-32 Tage bis zur zweiten Welle

  • schlecht aus dem Bett gekommen
  • gearbeitet (getauschter FREItag, um Dienstag frei zu haben)
  • schlapp gefühlt
  • Arbeiten vorzeitig beendet
  • über die neuen Docs gefreut

  • Thermometer bestellt
  • eingekauft und gekocht

  • #CorotäneKneipe

Es gibt keine zweitbeste Geburt

Es gibt keine zweitbeste Geburt

Seit Wochen, Monaten, ach, was weiß ich, immer und immer wieder ist es Thema: Geburt und Säuglingsernährung. Erst vor kurzem schrieb eine liebe Tweep über ihre Sorgen hinsichtlich Stillen und im Tweet las eine – zumindest ich – direkt die Schere und auch Angst im Kopf, wie wohl darauf reagiert wird. Gestern twitterte ich Folgendes:

Natürlich ist das etwas verkürzt – Twitter halt.

Ich bin etwas versucht, darüber zu schreiben, wie die Geburt vom Kind und die anschließende Ernährung bis zur Beikost verlief, ABER darum geht es nicht. Alle, die nicht mehr dazu wissen, müssen jetzt damit leben und mir einfach glauben, dass mich das Thema nicht triggert oder welche auf immer gearteten Trauma aufreißt.

Was mich an diesem ganzen Themenkomplex so immens stört, ist, dass zum Gebären und zum Stillen fähigen Menschen von einer bestimmten Bubble (KEINE Einzelpersonen) vorgemacht/ vorgeschwärmt/ suggeriert wird, wie das alles am allerallerallerbesten für Mutter und Kind verlaufen muss. Und das ganze unter den scheinheiligen Deckmäntelchen „selbstbestimmte Geburt“ und „das Beste fürs Kind“.

Eine „selbstbestimmte Geburt“ bedeutet mal so rein vom Wortlaut: Die gebärende Person bestimmt unter Berücksichtigung diverser (eigener) Faktoren und zur Verfügung stehenden Option selbst, wie sie gebären will. Und ganz ehrlich: NUR diese Person. Daraus muss ich keine Pärchenkacke machen oder gar irgendein Wohlfühlevent für den/die Partner*in. Bei der Geburt sollte sich die gebärende Person so wohl fühlen wie eben möglich.

Und sofern alle unmittelbar Beteiligten gesund sind und sich das zutrauen und wollen, stehen der Gebärenden erstmal alle Varianten offen:

  • geplanter Kaiserschnitt im Krankenhaus*
  • vaginale Geburt in Krankenhaus, Geburtshaus, zu Hause, im Wald, whatever

Diese Wahlmöglichkeiten** sind Luxus! Das halte sich bitte jede mal vor Augen. Und ja, die vaginale Geburt im Wald allein ist darunter die natürliche Geburtsform. Zumindest die, die stattfinden muss, wenn es keine anderen Optionen gibt. Ob sie deswegen automatisch die beste ist?! Der Mensch hat sich weiterentwickelt: Ist vom Baum geklettert, läuft aufrecht, spricht, denkt (zumindest einige). Die Medizin entwickelte sich mit. Heutzutage sind viele Dinge möglich, die früher undenkbar waren*** und ohne die heutzutage Menschen einfach sterben würden. Die gebärende Person  und/ oder Kinder bei oder nach Geburten. Kinder an Unterernährung, weil Stillen einfach nicht möglich ist.4*

Wird eine Person schwanger – insbesondere zum ersten Mal -, geht das mit vielen Unsicherheiten aufgrund der Veränderungen (sic!) einher. Es passieren Dinge mit dem Körper, die eine nicht für möglich gehalten hat. Es treten Probleme5* auf, die verunsichern6*. Die auch Angst machen (können). Die den Körper an seine Grenzen bringen. Und in diesem ganzen „Schlamassel“ muss sich die schwangere Person informieren und entscheiden, wie sie gebären will. Oder sollte?! Die Informationsflut ist immens: die Gynäkologin, die Hebamme, die Mutter, die Tante, die Schwester, die beste Freundin, die Nachbarin aus dem 2. Stock, die Sitznachbarin in der U-Bahn7* – sie alle wissen etwas zu dem Thema beizutragen. Dazu noch Bücher und – tadaaa – das böse Internet.

Die „unwissende“ schwangere Person möchte dabei nur eins: Das Beste fürs Kind. Aber auch etwas, mit dem sie sich wohl fühlt.

Und so viele Meinungen es auch gibt, in der Regel heißt es am Ende immer: Nur mit vaginaler Geburt und Stillen bekommt das Kind den besten Start ins Leben.

Das wird in einigen Bubbles so hochgejazzt, dass letztlich eine vaginale Hausgeburt nur mit Hebamme8* als DIE Benchmark schlechthin gilt. Wie?! Eine möchte das nicht?! Doch, doch, Du musst nur fest genug an Deine eigene Kraft glauben. JEDE gebärende Person hat die Kraft dafür in sich. Das ist DAS Geburtserlebnis schlechthin. Und welche Bindung eine dadurch zum Kind aufbaut.9* Das kann NIE.MALS mit einem Kaiserschnitt erreicht werden.

Klingt alles etwas überspitzt und dramatisch?! Mitnichten. Ich bin mir sicher, dass es bei vielen schwangeren Personen genauso ankommt.

Und Personen, die nicht vaginal gebären können oder wollen, stehen verschämt rum. Drucksen sich Entschuldigungen und Rechtfertigungen zurecht, warum sie nicht vaginal entbunden haben.

Dabei ist das meiner Meinung nach eine mindestens genauso große Leistung, sich entgegen der Mainstream-Meinung ganz auf sich zu besinnen und eine wirklich selbstbestimmte Entscheidung zu treffen – wenn wir in diesem ganzen Themenkomplex von Leistung sprechen wollen. Und dabei möchte ich auch die Personen einschließen, die aufgrund anatomischer Gegebenheiten eben gar nicht vaginal gebären können. Das mag zwar für die meisten der valideste Grund sein, warum sich eine gegen eine vaginale Geburt entscheiden darf entscheidet, aber doch auch bei diesen Personen sitzt immer wieder das Teufelchen auf der Schulter, das von Schuld und „ist halt nur das zweitbeste“ flüstert.

Und das liegt nicht daran, dass andere gebärende Personen „stolz“ auf die vaginale Geburt sind, sondern vor allem daran, dass Personen, die nicht vaginal geboren haben, mitleidige Blicke und „muss Du selbst wissen, aber …“, „käme für mich nicht infrage“ oder „vielleicht klappt es ja beim nächsten vaginal“ etc. etc. zugeworfen wird. Der nicht vaginal gebärenden Person wird offen oder unterschwellig an vielen Stellen signalisiert:

  • Es ist nur das zweitbeste.
  • Eine Notlösung.
  • Zu einfach gemacht.

Der einfache Grund dafür: Eine selbstbestimmte Geburt ist in den Köpfen vieler und der Gesellschaft im Besonderen die vaginale Geburt – so interventionsfrei wie eben möglich.10* Nur da „leistet“ die gebärende Person ausreichend, das sie Anerkennung verdient.

NEIN! Jede einzelne Geburt ist eine Leistung. Egal, wie das Kind zur Welt kommt. Dieses unsinnge „das Natürlichste ist das Beste und einzig Wahre“ funktioniert in Zeiten moderner Medizin nicht mehr. Oder sagt Ihr auch Paaren, die nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können, dass sie kein Kind „verdient“ haben, weil die Natur es anscheinend nicht norgesehen hat?

Das Thema Stillen ist das gleichen in Grün, damit muss ich den Text jetzt nicht unnötig verlängern.

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* Ein Notkaiserschnitt ist keine planbare bzw. „frei“ zu entscheidende Variante

** Ja, ich weiß, dass es die nicht überall gibt und dass die Geburtshilfe in Deutschland in den letzten Jahren sehr gelitten hat. Das Wegsparen der Hebammen ist aus meiner Sicht ein Unding, aber dennoch sind wir weiterhin in einer sehr priviligierten Situation.

*** Paare, die noch vor 10, 20 Jahren kinderlos geblieben wären, können schwanger werden

4* Spätestens an dieser Stelle sollte klar sein, dass diese Betrachtungsweise ein höchst priviligierte ist.

5* Übelkeit bishin zu Hyperemesis gravidarum, Rückenschmerzen an verschiedensten Stellen, Wassereinlagerungen, Sodbrennen, Gestationsdiabetes, etc, etc.

6* Und auch verunsichern, wenn sie nicht auftreten.

7* okay, in Zeiten von Covid19 weniger

8* Die vollständige Alleingeburt ist dabei vielen doch nicht ganz geheuer. So ein bisschen Sicherheit brauchen wir dann wohl doch alle.

9* Denkt eine daran, was für ein Schlag ins Gesicht das für alle ist, die adoptieren / adoptiert sind?

10* Dabei sind auch gewünschte PDA und andere Interventionen verpönt. Die gebärende Person hat bittedanke zu leiden. Und wenn das Leiden zu schlimm ist, dann hat sie sich nicht gut genug vorbereitet.

Back to work

Back to work

X-30 Tage bis zur zweiten Welle

Na prima, da fängt der erste Tag nach dem Urlaub mit schlechtem Schlaf an. Ich konnte zunächst nicht richtig einschlafen und dann bin ich wegen „bloß nicht verschlafen“ nicht richtig eingeschlafen. Um Kurz nach 8h00 war ich dann wach, duschte und saß um 9h30 am Schreibtisch. Und dann tat ich, was eine so am ersten Tag nach dem Urlaub so macht: e-Mails checken, von den Kolleginnen auf den aktuellsten Stand bringen, kleine Projekte auf den Weg bringen.

Irgendwann ist mein Kopf nicht mehr aufnahmefähig. Außerdem brauchen wir noch was vom Markt. Das Kind ist zwar gerade erst nach Hause gekommen und würde gerne daddeln, aber ich verdonnere ihn dazu, dass er zur Bibliothek fährt und sich Lesestoff besorgt. Wir verlassen zusammen das Haus.

Später bereite ich das Essen vor. Der RB kommt etwas knapp nach Hause, grillt, isst hastig und hat dann Online-Tasting.

Sonderlich spannend war das heute alles nicht.

Franz und Ferdinand

Franz und Ferdinand

X-29 Tage bis zur nächsten Welle

Yeah, immer noch Urlaub. Das fühlt sich echt gut an. Ich könnte jetzt so weitermachen, aber morgen muss ich wohl wieder ran. Der RB hat nicht mehr frei und ist schon relativ früh gen Laden aufgebrochen. Das Kind zieht am frühen Nachmittag auch los, um sich im Park die Zeit zu vertreiben. Yeah, yeah, ich habe die Wohnung für mich. Ruhe ist doch was Feines.* Ich mache was, was ich schon seit dem Urlaub machen wollte: ausgiebige Mani- und Pediküre.** Ich schlumpere ein wenig durch die Wohnung, bereite das Essen vor, gehe duschen und dann fällt mir ein, dass ich ja eine Lebendfall für die Mausbabys besorgen wollte. Auf zum besten Mini-Baumarkt überhaupt. Passend denke ich daran, dass wir noch Ersatz für den weg’gen Ameisenbaum brauchen. Und wenn ich eh schon mal unterwegs bin, dann kann ich auch gleich mal einen neuen Föhn kaufen.***

Zu Hause bestücke ich die Lebendfalle und stelle sie auf. Und auch der Baumersatz wird direkt montiert, damit Lichter- und Wimpelkette nicht mehr beim Grillen stören.

Das Kind kommt nach Hause und wir beobachten die Mausbabys, die das Kind Franz und Ferdinand genannt hat.

Der RB kommt nach Hause und wir esssen.

Tomatensuppe mit Pute, Avocado und – nicht im Rezept – Erdnüssen.*****

Dann bin ich auf einmal sehr müde. Sehr, sehr müde und ich lege mich erstmal hin, während die #CorotäneKneipe schon anfängt. Der RB hält erstmal die Stellung. Ich komme später dazu.

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* Das zum Thema, dass ich dem Kind Umgang mit dem Vater verweigern würde: MIT.NICH.TEN! Ich liebe diese Auszeiten voneinander.

** Für Lack habe ich mal wieder keinen Nerv.

*** Der alte ist mittlerweile in mehrere Teile zerfallen. Er föhnte zwar noch, aber so ganz geheuer war mir das nicht.

**** Diese Sonnenschirmhalterung begleitet mich seit ca. 18 Jahren. Ich konnte mich bislang nicht trennen. Und nun, tadaaaa, hat sie wieder einen Zweck.

***** Für die Erwachsenen des Haushalts mit Koriander.

Verwaist

Verwaist

X-28 Tage bis zur zweiten Welle

Es war sooo schlau, noch heute (und morgen) noch frei zu haben. Der RB hat heute auch noch frei.

Der Tag beginnt mit einer Leiche: Die eine der gestern aufgestellten Fallen war „erfolgreich. Eine Maus ist mausetot. Der RB muss sie entsorgen, war für einen Lachflash sorgt. Denn der RB kommt kurz nach Entsorgung wieder: „Ich brauche einen Spaten.“ ??? „SuperCat ist der Maus hinterher gesprungen.“ Ich finde das lustig, weil ich das Bild so lustig finde, wie die Mausefalle dem RB aus der Hand in die Biotonne flitscht. Das Kind lacht, weil er zunächst denkt, dass SuperCat eine echte Katze ist.

Letztlich ist es aber auch traurig, denn die Leiche war wohl eine Mausmama. Später, als wir auf dem Balkon sind, sehen wir zwei Mausbabys: Oh nein, wir haben kleine unschuldige Mäuse zu Waisen gemacht. Ich fühle mich schlecht.

Ansonsten schlumpern wir so in den Tag, machen einen Essensplan für die Woche – nach Urlaub und „Lockdown“ ist hier wieder LowCarb angesagt -, das Kind hat sich unsere Unterhaltung von gestern zu Herzen genommen und geht raus. Der RB und ich gehen einkaufen. Am Ende der Pflicht setzen wir uns tatsächlich ins draußen vor ein Café und trinken Cappuccini (also jede einen).

Als wir nach Hause kommen, ist das Kind immer noch draußen. Um 19h00 ruft er (pünktlich) an, um zu sagen, dass er erst um 19h30 nach Hause kommt.

Der Rest des Abends verläuft unspektakulär.

Heimreisetag

Heimreisetag

X-27 Tage bis zur zweiten Welle

Wir haben gestern abend noch gut gepackt. Heute dann also den Rest. Kurzes Frühstück, ein letzter Gang durch die Wohnung, Verabschiedung von den Vermieterinnen und ab nach Deutschland. Erstmal nur bis ins nächste Bundesland, um den Papa vom RB zu besuchen. Wir sind früher als verabredet da, weil der RB die Fahrtzeit etwas länger geschätzt hatte als tatsächlich. Aber das macht nichts.

Nach ein paar Stunden fahren wir wieder. Machen – wie schon auf der Hinfahrt – einen Schlenker über Wiesbaden, um meinen Arbeitsrechner wieder einzusammeln, um um 18h30 wieder zu Hause zu sein. Alles steht noch.** Auch die Strategie mit den Pflanzen auf dem Balkon hat gut geklappt: Es haben alle überlebt. Als ich Essen hole, stellt der RB fest, dass noch was „überlebt“ hat: die Mäuse. Also mindestens eine Maus turnt über unseren Balkon. Der RB stellt zwei Fallen auf.

Beim Ins-Bett-Bringen geraten das Kind und ich aneinander. Mir gefällt sein Verhalten mit dem Tablet gar nicht. Nach einem Moment mit schlechter Laune meinerseits führen wir dann ein ziemlich gutes Gespräch und ich hoffe, er hat da wirklich was mitgenommen.****

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* Es kommt zunächst nicht über den Zaun im Nachbargarten und es flitz panisch umher. Irgendwann dann aber doch. Phew.

** Nicht ganz: Der schon länger tote ehemalige Ameisenbaum*** hat sich selbst gefällt. Ein Zeichen! Ein Zeichen!

*** Als wir hier einzogen war der Baum bereits tot. Allerdings wohnten Ameisen darin. Die sind allerdings schon vor 3 oder 4 Jahren ausgezogen.

**** Er lässt sich davon nur berieseln. Er schafft es nicht sich anderweitig zu beschäftigen und in dem aktuellen Ausmaß macht mir sein Verhalten durchaus Sorgen. Sorgen macht mir auch, dass ich ihm drohen muss, damit er wenigstens etwas darüber nachdenkt, was ich ihm mitteilen will.

RudeVoges, Tag 6

RudeVoges, Tag 6

X-26 Tage bis zur zweiten Welle

Schon gestern war mir nicht so richtig wohl. Heute ist es nicht besser, als ich wach werde. Ich leide etwas und lasse mir Wasser, Tee und Ibu kredenzen. Erstmal fühle ich mich nicht nach Unternehmungen.

Allerdings ist es mir irgendwann zu blöd einfach nur rumliegen. Wir wollten heute nochmal Burgen Ruinen gucken. Ich plane mit Else (aka Komoot) eine Tour. Wir gucken, wo wir essen können. Herrje, ist das schwierig, hier was Passables zum Essen zu finden. Aber wir einigen uns auf ein Restaurant in der Nähe der geplanten Tour. Der RB reserviert zur Sicherheit. Dann geht es los. Um uns schon mal aufs Rhein-Main-Gebiet einzustimmen, beginnt die Tour am Étang de Hanau-Weiher.

Hui, da brannte ganz schön die Sonne – so hoch oben. Ich habe eine ziemlich rote Birne, als wir weiterlaufen. Irgendwas stimmt mit Hasi meinem Blutdruck nicht. Aber eigentlich fühle ich mich nicht wirklich schlecht. Zumindest nicht schlechter als heute morgen. Außerdem kann ich ja schlecht hier liegen bleiben. Und so treten Käpt’n Pritt* das Kind, der RB und ich den geplanten Rückweg an.

Ein schöne letzte Wanderung. Den Schlenker zum Chateau de Waldeck sparen wir uns, wir sind ausgepowert und hungrig und fahren entspannt zum ausgewählten Lokal. Das sich als sehr gute Wahl herausstellt.

Das Kind aß Froschschenkel als Vorspeise. Und auch sonst waren die Speisen der Herren sehr lecker.

Ein sehr leckerer Urlaubsabschluss.

(Ein bisschen freue ich mich jetzt aber schon wieder auf die eigene Wohnung.***)

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* So hat der RB das Kind unterwegs getauft, weil er, also das Kind, beim Wandern immer mit mir kuscheln will. Bei breiten Wegen verlange ich daher vom Kind, dass er eine Armlänge Abstand hält. Bei fortwirtschaftlich genutzten Wegen mit Fahrzeugspuren geht das Kind in der einen „Fahrrinne“ und ich in der anderen. Sorry Kind, aber so gerne ich dich kuschel, aber NICHT beim Wandern!

** Nein, ich liege nicht auf dem Bohlenweg, sondern sitzliege auf einer corbousierartigen Sitzgelegenheit.

*** Was auch daran liegt, dass Bitche und die Nordvogesen mich nicht so vom Hocker hauen. Es ist insgesamt alles recht tot.