Steady state

Steady state

Orr, Leute, geht impfen! Das ist echt nicht mehr lustig (Stand: Ende KW40):

  • Nur 2,7 Impfdosen sind in irgendwelche Leute gekommen, 8,2% davon waren auch noch Auffrischimpfungen.
  • An den auf Ganzzahlen gerundeten Anteilen hat sich fast nichts geändert: 77% der Impfbaren sind erst-, 73% vollständig geimpft. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen: 69 bzw. 65%.
    • Von den 60-Jähringen sind 86,4 bzw. 84,6% geimpft.
    • 18-59 Jahre: 71,1%
    • 12-17 Jahre: 43,2 bzw. 37,0%
  • Würden alle Eltern ihre 5-11 Jährigen impfen lassen, sobald die Zulassung da ist, würden wir eine Impfquote von 75%. Auch das reicht nicht aus.

Nunja, die Zahlen sprechen für sich: Die Jugend ist unterimpft. Und es gibt nicht DEN einen Grund dafür. Obwohl … doch, es gibt DEN einen Grund: Fehlkommunikation. Meiner Meinung nach auch der Hauptgrund für den gesamten desolaten Verlauf der Pandemie nach der ersten Welle.

Ach Leute, reisst Euch doch auf den letzten Metern zusammen, schickt Eure Jugendlichen zum Impfen (wobei wir damit auch nur auf 71% kämen). Das ist doch großer Mist.

Innere Preußin

Innere Preußin

Eigentlich hatte ich ja geplant, dass ich gestern und heute etwas arbeite. Und zwar aus Selbstfürsorge, damit es mir die Arbeitswoche entzerrt.

Aufgrund emotionaler Aufgewühltheit habe ich es aber nicht gemacht. So groß ist meine innere Preußin dann doch nicht. Zum Glück.

Stattdessen habe ich mir gestern Zeit für mich genommen und mich in meine schlechte Laune (schlecht im Sinne von nicht gutgelaunt / optimistisch) fallen lassen. Ich weiß mittlerweile, dass das besser ist als dagegen anzukämpfen. Ich hörte 6 Stunden lang Deine Lakaien. Dabei weinte ich und konnte mich selbst nicht leiden, schwelgte in Erinnerungen und buk Pizza. Dann guckte ich in Teilen zwei Filme mit Anne Hathaway. Dann waren der Tag und ich durch und ich machte sowas wie schlafen (immer schwierig bei emotionaler Anspannung).

Ich wachte so emotional gestresst auf, wie ich eingeschlafen war. Als der Mann wiederkam, nahmen wir uns viel Zeit für- und miteinander. Und auch hier schwieg ließ ich meine innere Preußin nicht zu Wort kommen. Diese Zeit war sehr nötig und sicherlich auch deutlich wichtiger für meine Selbst- bzw. unsere Paarfürsorge als irgendeine Zeitersparnis in der nächsten Woche.

Schreibe ich den Text halt morgen früh zu Ende.

Kacktag

Kacktag

Heute ist ein Kacktag. Auch wenn ich einen Grund klar ausmachen kann, glaube ich, dass es noch mehr Gründe gibt (entbindet aber den bekannten Grund von nichts! Wir müssen reden.).

Ein bisschen fühlt es sich an, als würde ich in eine depressive Episode abrutschen. Vielleicht normal nach der Pandemieanspannung, die dank durchgeimpften Haushalt etwas weniger ist, aber ich bin trotzdem noch vorsichtig. Ich möchte nicht IN Restaurants essen, meide Menschemassen und bin auch weiterhin froh, dass ich im Homeoffice arbeiten kann. Gleichzeitig merke ich, dass es mir nicht (mehr) gut tut, mich so einzuigeln. Die Gradwanderung stresst mich. Und wird auch nicht besser, wenn ich es schaffe, mich aufzuraffen und dann alles auf wackeligen Beinen steht.

Ich hadere mit meiner Kompatibilität mit Menschen.

Der Job wird die nächsten Wochen sehr stressig. Das lässt sich auch nicht ändern. Ich gebe deswegen auch meinen Urlaub für übernächste Woche zurück. Sonst würde es noch stressiger.

Ich bräuchte Urlaub. Nur ich allein. Ich weiß noch nicht, ob ich mir das zugestehen darf. Willkommen in der Frauen- und Mutterfalle.

Bald ist Papas Geburtstag. Der erste ohne ihn. Kurz davor ist der Geburtstag meiner Mutter. Der erste ohne ihn. Das ist komisch. Und ich merke, dass sein Fehlen immer präsenter wird. In der ersten Zeit nach seinem Tod war es gar nicht greifbar, weil es ja gar nicht so unüblich war, dass wir länger nichts voneinander gehört haben. Und durch den Schlaganfall eh schon mal weniger. Aber immer wieder kommen Situationen, wo ich weiß, dass er eine klare, schlaue Meinung gehabt hätte. Sein Blick auf die Dinge fehlt. Und auch wenn er den schon nach dem Schlaganfall nicht mehr so scharf artikulieren konnte, wird mir nun immer bewusster, dass er es auch nie wieder tun kann.

Und dann las ich heute diesen Tweet:

Ich habe mich lange nach der Beerdingung über Dinge geärgert, die schief gelaufen sind: Unsere Bestatterin war ausgesprochen stieselig, unempathisch und unorganisert. Manche Infos mussten wir x-mal nachfragen. Pdfs waren lieblos verdreht eingescannt. So viele Kleinigkeiten, die es so unprofessionell wirken ließen. Auch dass sie an der Beerdigung selbst nicht dabei sein würde, schrieb sie nur per e-Mail. Den Kollegen hatte sie über nichts informiert. Als ich anrief wegen eines Termins zum Sarg bemalen, war er irritiert und machte es noch am Abend vor der Beerdigung möglich. Papa war da schon im Sarg. Auch hatte sie ihm nicht mitgeteilt, dass wir Geschwister den Sarg mittragen wollten. Also muss ich während der Trauerfeier, als alle 6 Sargträger kamen, den Bestatter anzischen, dass wir mittragen wollten. Konnten wir dann noch, war aber ein unnötig unruhiger Moment. Und unprofessionell. Keiner hatte sich Gedanke darüber gemacht, wer wann zum Grab treten darf. Wurde uns auch nicht erklärt, welche Reihenfolge es da geben könnte. Führte dazu, dass Papas Schwester sich fast übergangen fühlte (gut, fühlt sie sich eh öfter mal) und sichtbar unruhig mit den Fußen scharrte. War jetzt kein unmittelbarer Fehler der Bestatterin, aber trotzdem anstrengend. Und was für mich persönlich schlimm war und ist: Der Sarg ist schief ins Grab gelassen worden und Papa hing oder hängt jetzt für seine letzte Ruhe windschief im Sarg. Ich weiß nicht, ob das noch korrigiert worden ist und das beschäftigt mich immer noch.
Was ich davon halten soll, dass wir uns – pandemiebedingt – nach der Beerdigung nicht noch einmal zusammensetzen konnten, weiß ich nicht. Aber ich wäre auch nicht in der Lage gewesen, alle Anwesenden zu ertragen. Zumal sich direkt nach der Beerdigung noch ein dramatischer Moment ergab, der schon aus der Entfernung für mich unerträglich war. Ich weiß, dass dieser Moment natürlich nicht so geplant war, aber Papas Beerdigung war dadurch auf einmal Nebensache und alles unruhig.

Gerade will ich einfach nur mein prä-pandemisches Leben und Papa zurück.

Noch nichtser

Noch nichtser

Vielleicht nenne ich das Blog (temporär) um in „Arbeitend und schlaflos in Hessens heimlicher Hauptstadt“. Heute ist außer Arbeit schon wieder nix passiert. Erfreulich war, dass der RB die Frühschicht übernahm, um das Kind zur Schule zu schicken. Das ist immer gut für mich Eule. Mal sehen, wann ich endlich mal wieder >6 Stunden am Stück schlafe.

Abends das Kind, das nicht zum Rugby wollte (aber eigentlich immer happy nach dem Training ist), und mich mit Sushi belohnt. Neuer Sushi-Laden. Ok, aber nicht so gut wie der übliche.

Kein Powernap

Kein Powernap

Vorhin hatte ich ein Thema, über das ich bloggen wollte. Jetzt ist es weg.

Ah, jetzt ist es mir wieder eingefallen:

Ich schlafe ja nicht ausreichend. Das war hier nun schon mehrfach Thema. Das wird eigentlich auch nicht spannender, weil es eigentlich 100%ig selbstverschuldetes Mimimi ist. Aber wo, wenn nicht auf meinem Blog darf ich mimimien?! Der wenige Schlaf führt dazu, dass ich abends, so ab 17h30 ziemlich k.o. und nicht mehr denkfähig bin. Ich muss mich hinlegen und powernappen. Das führt dazu, dass ich dann nicht zu sinniger Zeit müde bin, zu spät ins Bett gehe einschlafe, zu wenig schlafe und … tadaa … repeat.

Heute morgen kam ich sehr schlecht aus dem Bett. Beim Arbeiten ging es aber. Um 17h30 dachte ich: Ach, leg ich mich eine Runde hin. Dann fiel mir aber ein, dass ich mich um den Reis fürs Abendessen kümmern wollte. Ein Blick nochmal auf den Rechner: Ah, eine e-Mail von der Kundin, schnell mal reingucken. Ach, dass kann ich gerade noch bearbeiten. Um 18h00 stehe ich wieder in der Küche, denn ich hatte überlegt, wenn ich schnell das mise en place machen, kann ich mich vor dem Kochen noch kurz hinlegen und dann so kochen, dass es fertig ist, wenn der Mann nach. Und dann fiel mir wieder ein, dass um 19h00 informeller Elternabend sein sollte. Meinen toten Punkt hatte ich da auch schon fast überwunden.

Also hoffe ich, dass ich diese NAcht etwas mehr Schlaf bekomme. Aber dafür müsste ich mich mal vom Sofa losreißen.

Nichts

Nichts

Toll, da will ich wieder regelmäßig bloggen und dann passiert nichts. Also außer Arbeit und das wird die nächsten Wochen noch sehr sportlich. Mich juckt es auch gerade, mich wieder an den Schreibtisch zu setzen, weil ich die Ruhe der Nacht so gerne zum Arbeiten nutze. Aber das geht nicht, wenn ich morgens um 7h00 das Kind Richtung Schule schicken muss.

Bei den Impfzahlen tut sich auch nichts: wenig geliefert, wenig verimpft.

Auch vom Kind gibt es nichts zu berichten. Neue Schule ist immer noch ok. Die Querelen sind im normalen Rahmen und gehören wohl zum Schulalltag dazu.

Ausgang mit Vortrag

Ausgang mit Vortrag

Uiuiui, heute mal einen – für meine Verhältnisse – sehr detaillierten Plan über die in den nächsten 7 Wochen anstehenden Projekte gemacht.* Das wird tough und ich weiß schon, warum ich meinen Urlaub für die Herbstferien (eh nur genommen, weil ich dachte, dass das Kind beim Kv ist) zurückgegeben habe.

Am späten Nachmittag kurz befürchtet, ich müsste mein Date versetzen. Ich war soooo müde. Aber ich wollte nicht absagen, also nutzte ich die halbe Stunde, bevor ich los musste und powernappte mit einer Meditation.

Dann schnell fertig machen und ab zu Bahn. Zum ersten Mal in 17 Jahren Frankfurt bin ich im Haus am Dom. Die Heinrich-Böll-Stiftung lud ein zu einem Vortag mit Diskussion über „Völkische Siedler:innen in Hessen“.** Freundin J hatte darauf aufmerksam gemacht. Die Einblicke, die die Journalistin Andrea Röpke präsentierte, waren spannend und eindrücklich. Rechtes Gedankengut schleicht sich über so viele Wege in die Gesellschaft – am allerwenigsten durch Nazi-Glatzen. Naturverbundeheit war schon zu NS-Zeiten sehr hip und gern genutzt, um Menschen in den Bann zu ziehen und zu halten. Heute sind es vermeintlich unpolitische Öko-Anhängerinnen, die eigentlich nur achtsam vor sich hin leben wollen***, die leichte Beute dieser völkischen Bewegungen sind.

Danach waren wir noch aus – in einem Restaurant. Also vor einem Restaurant draußen. Es war mild genug, um draußen zu essen und zu quatschen.

Ach, das tat gut.

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* genau genommen angefangen, weil ich erstmal nur die Projekte für die eine Kundin angelegt habe

** Hybrid-Veranstaltung mit Live-Youtube-Stream und wenig Publikum, die alle ihre Maske trugen, obwohl wir nicht gemusst hätten.

*** Ich sag’s wie es ist: Wer sich als unpolitisch oder gar „weder rechts noch links“ bezeichnet, ist immer rechtsoffen.

Wandern im Süden

Wandern im Süden

Nachdem wir vor 7 Wochen so lange im Stau steckten, dass wir kurz vor Heidelberg entscheiden musste, dass wir nicht bis hinter Stuttgart fahren, um mit Freundin S zu wandern, versuchten wir es heute nochmal. Es regnete bei uns bei der Abfahrt. 170 Kilometer weiter südlich war es zwar bewölkt, aber es sah nicht nach Regen aus. Die Fahrt war weniger aufregend als beim ersten Versuch. Wobei diese Konzept Autofahren immer weniger meins ist. Dabei bin ich noch nicht einmal gefahren. Nach 2,5 Stunden (schneller geht es nicht, solange noch andere Menschen auf der Autobahn sind) waren wir da und starteten direkt los: große Runde mit Schönbuchturm.

Das war schön. Und ich bin auch stolz auf mich, dass ich den Turm bis ganz oben hoch bin. Die Treppe außen lang haben es ganz schön in sich.

Rückfahrt war dann auch unspektakulär staufei. Zu Hause warteten das Kind und Kassiopeia. Der eine hungrig und die andere mit leckerem Pulled Pork. Schnell noch Kartoffeln in Eve geschmissen, ein Sößchen angerührt und yummy.

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* Die Porgs aus Star Wars gibt es ja nur, weil es Puffins gibt. Denn beim Dreh auf Skelling Micheal waren überall Puffins. Die wohnen da nämlich. Und da sie eher neugierig sind, als dass sie sich zurückziehen, waren immer wieder Puffins im Bild. Und das rausretouchieren sich als (zu) aufwendig gestaltete, wurde auf jeden Puffin ein Porg gerendert.

Hybrid-Glück

Hybrid-Glück

Es ist Kongress-Saison. Kongresse gehen oft übers Wochenende. Und prä-pandemisch bedeutete das oft, einen Tag vorher oder früh morgens hinreisen, 1-2 Stunden in einem Symposium oder einer ähnlichen Veranstaltung zu sitzen und dann wieder zurückzureisen. Ich bin schon immer gerne noch am gleichen Tag zurückgereist, wenn es irgendwie ging.

Im letzten Jahr war alles anders. Kongresse fielen aus. Virtuelle oder Hybrid-Veranstaltungen mussten sich erst etablieren.

In diesem Frühjahr wohnte ich einem ersten Mini-Kongress bei, der Hybrid stattfand. Wobei die Auflagen für Hybrid sehr streng waren. Es waren eigentlich nur alle Referenzen an einem Ort und eine handvoll Menschen durfte vor Ort zuhören. Ich saß bequem zu Hause am Bildschirm und war froh, nirgendwohin reisen zu müssen.

Nun wieder Kongress, der deutlich hybridiger stattfand: 1.000 Teilnehmerinnen durften täglich vor Ort sein, was für den CityCube in Berlin nicht viel ist. Ich sollte heute, am Samstag, einer einstündigen Veranstaltung beiwohnen, um über diese zu schreiben. Und so gerne ich auch immer mal wieder in Berlin bin, so froh bin ich, dass ich für eine Stunde Veranstaltung nicht nach Berlin reisen musste, sondern nach einem späten Frühstück an den Rechner ging.

(Gut, dass ich nach Veranstaltung noch am Rechner blieb, um mal gerade eben was zu überarbeiten, war nicht geplant.)