Punk goes Oper: Tancredi
GenZ war heute – zurecht !!! – auf Frankfurts Straßen unterwegs. Die Panikmache im Vorfeld hatte auch die Oper erreicht und sie hatten einen Hinweis auf ihrer Webseite veröffentlicht. Weder unsere Anreise noch Abreise waren irgendwie beeinträchtigt.
Da eine von uns dreien heute kurzfristig absagen musste, sprang der JMW ein. In der letzten Saison war er ja schon zweimal in der Oper und fand es gut.
Ich dachte ja, dass Tancredi die erste Rossini-Oper sei, die wir uns ansehen, aber es war – zumindest für mich – schon die zweite. Voe zweieinhalb Jahren gab es Otello. Allerdings war da die Opern-Freundin dabei, die heute nicht konnte. Die andere musste aufgrund der Thematik damals passen.
Als wir unsere Plätze einnahmen, fiel sofort auf, dass das Orchester verhältnismäßig klein war. Ich wusste anfangs nicht, was ich davon halten sollte. Doch schon bei der Overtüre war klar: Da fehlt nichts. Und das war auch sehr gut so. Denn sind wir mal ehrlich: Die Story der Oper ist maximal langweilig. Tancredi liebt Amenaide. Amenaide liebt Tancredi. Sie wird aber aus politischen Gründen von ihrem Vater verschachert Orbazzano versprochen. Dieser fängt einen Brief von Amenaide an Tancredi ab, missinterpretiert, dass dieser an einen 3. Mann gehen sollte. Daraufhin wird sie vom Bräutigam und eigenen Vater zum Tode verurteilt. Auch Tancredi glaubt dem Missverständnis und will nichts mehr mit Amenaide zu tun haben. Er rettet sie zwar vor dem Tod, aber hört ihr trotzdem nicht richtig zu. Erst als er im Sterben liegt, begreift er, dass sie ihn immer geliebt hat. Jaja, echte Liebe ist eine Aneinanderreihung von Missverständnissen.
Wegen der Story muss eins diese Oper nicht sehen. Aber musikalisch ist es wirklich gut. Wirklich. Da waren wir uns sehr einig. Ich war sehr beeindruckt, wie Rossini den Gesang insezniert hat. Natürlich geht es bei der Oper um Gesang, aber Rossini stellt den Gesang nochmal besonders in den Mittelpunkt. Sobald gesungen wird, ist das Ochester teilweise sehr reduziert. Außerdem hat er es verdammt gut drauf gehabt, die Stimmen miteinander zu verweben. Die Soli, Duette, Terz- und Quartette waren wunderschön, klangvoll und klar – immer wieder unterstützt von einem starken Männerchor. Die Stimme von Martina Russomanno als Amenaide war bezaubernd. Klar und weich. Tancredi ist eine Hosenrolle. Dieser wurde Cláudia Ribas bestens gerecht.
Jetzt müssen wir 6 Wochen bis zum nächsten Opern-Termin warten.


