Pinker Nachtrag

Pinker Nachtrag

Ich denke nach. Ja, das passiert auch mal. Ich denke darüber nach, ob das Tragen des Pussyhats albern ist. Oder so eine Art Ablass ist: „Seht her, ich trage einen Pussyhat. Ich bin dagegen, was Trump so macht. Und gegen ihn sowieso.“ Und habe damit meine gesellschaftliche Schuldigkeit getan.

Nein, ich denke nicht so. Aber ich überlege, ob andere so denken könnten. Und klar, es ist mir egal, was andere denken – also zumindest in Bezug auf das Tragen einer Mütze (sonst hätte ich ja auch keine blauen Haare) -, aber erziele mich mit dem Tragen des Pussyhats die Wirkung, die ich erzielen will?

Passend dazu ploppte ein Tweet in meiner Timeline auf:

„Protesthut“ – ich musste erst schmunzeln, aber doch das ist die Mütze: Öffentlicher Protest. Und mein Bekenntnis zum Protest. Ich murmel nicht nur verdrossen auf Twitter oder sonstigen SocialMedien in meiner Filterblase vor mich hin, sondern ich zeige öffentlich, dass mir was nicht passt.

Bislang ist mir noch keine mit einem Pussyhat begegnet, aber ich freue mich sehr, dass andere – u.a. meine Mutter – mich um einen Pussyhat gebeten haben. Und ich freue mich, wenn ich viele, ganz viele damit sehen kann. Denn je mehr es werden, desto größer wird der Protest. Und je mehr es werden, desto eher trauen sich vielleicht auch die, denen es schwer fällt in der ersten Reihe ihre Meinung zu sagen. Und je mehr es werden und desto sichtbarer sie werden, desto eher wird hoffentlich klar, dass sich Protest lohnt. Dass es sich lohnt eine Meinung zu haben und diese auch zu zeigen.

Der Pussyhat hilft, sich nicht allein mit seiner Meinung zu fühlen, sondern zu sehen, dass man ein kleiner Teil einer großen Masse ist, die erhört werden kann und sollte.

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